Seit 1974. Inhabergeführt. Langfristig ausgerichtet.
1974 gründete der Maschinenbauingenieur Wilfried Pergande das Unternehmen in Köln. Den Ausgangspunkt bildeten die Planung und Entwicklung industrieller Entstaubungsanlagen. Daraus entstand die heutige Pergande Gruppe, die Forschung und Entwicklung, Engineering, Apparate- und Anlagenbau sowie industrielle Lohn- und Vertragsproduktion miteinander verbindet.
Industrieller Aufbau in Weißandt-Gölzau
Nach der deutschen Wiedervereinigung übernahm Wilfried Pergande den verfahrenstechnischen Apparatebau der ORWO-Filmfabrik in Weißandt-Gölzau. Mit der VTA schuf er die Grundlage für eine eigene Fertigung und den langfristigen Ausbau des Standorts in Sachsen-Anhalt.
In den 1990er-Jahren erweiterte Pergande das Angebot um schlüsselfertige Wirbelschichtanlagen zur Granulation und Trocknung. 1994 nahm die erste eigene Wirbelschichtgranulationsanlage für die Lohnproduktion ihren Betrieb auf. Damit verband das Unternehmen die Entwicklung und den Bau von Anlagen mit der Erfahrung aus dem eigenen industriellen Betrieb.
In den folgenden Jahrzehnten wuchsen die Produktionskapazitäten und das verfahrenstechnische Spektrum. Die Lohn- und Vertragsproduktion der IPT entwickelte sich zu einem wesentlichen Geschäftsfeld. Weitere Investitionen ergänzten den Standort um zusätzliche Trocknungstechnologien, Flüssigformulierung und automatisierte Abfüllung.
Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Unternehmen
Über die Zusammenarbeit mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg lernten sich Wilfried Pergande und Mirko Peglow kennen. Ihr gemeinsames Interesse galt der Weiterentwicklung der Wirbelschichttechnik und ihrer industriellen Anwendung.
Die erfolgreiche Zusammenarbeit im regionalen Wachstumskern WIGRATEC und mit der InnoProfile-Nachwuchsforschungsgruppe NaWiTec bildete die Grundlage für eine enge fachliche und unternehmerische Verbindung. Aus gemeinsamen Forschungsarbeiten entstanden neue Ansätze für die Granulation und Trocknung sowie für die Auslegung und den Betrieb entsprechender Anlagen.
Mit dem Aufbau des eigenen Pergande Technologiecentrums (PTC) erhielt diese Zusammenarbeit eine dauerhafte Basis am Standort Weißandt-Gölzau. Hier lassen sich Produkte und Verfahren im Labor- und Pilotmaßstab untersuchen und für die industrielle Umsetzung entwickeln.
2012 wechselte Mirko Peglow aus der Leitung der Nachwuchsforschungsgruppe NaWiTec in die technische Geschäftsführung der Pergande Gruppe. Heute vereint die Gruppe Forschung und Entwicklung, Engineering, Anlagenbau und Anlagenbetrieb unter einem Dach. Erkenntnisse aus Versuchen und Produktion fließen unmittelbar in die Entwicklung neuer Anlagen und Verfahren ein.
Investitionen in Technologie und Energieeffizienz
Neben dem Ausbau der Produktion entwickelte Pergande die Arbeitsprozesse im Engineering weiter. Digitale Anlagenmodelle, gemeinsame Planungsplattformen und die Einführung eines zentralen Produktdatenmanagements im Jahr 2023 verbesserten die Zusammenarbeit und die Nachvollziehbarkeit der Konstruktionsdaten.
Auch die Energieversorgung entwickelt das Unternehmen kontinuierlich weiter. Seit 2023 versorgt eine zentrale Druckluftstation die Produktionsanlagen. Die dabei entstehende Abwärme wird zur Vorwärmung der Prozessluft genutzt und ersetzt einen Teil der fossilen Energie für die Granulation und Trocknung.
2024 erfolgte die vollständige Standortverlegung von Köln nach Weißandt-Gölzau. Damit bündelt die Pergande Gruppe ihre Kompetenzen am gemeinsamen Standort und bekräftigt ihr langfristiges Engagement in Sachsen-Anhalt.
Inhabergeführt in die Zukunft
Auch nach dem Tod von Wilfried Pergande im September 2023 bleibt die Pergande Gruppe inhabergeführt. Mirko Peglow trägt heute als alleiniger Geschäftsführer und Mitgesellschafter die Verantwortung für die weitere Entwicklung der Unternehmensgruppe.
Die über viele Jahre gewachsene Zusammenarbeit mit dem Gründer prägt diese Fortführung. Im Mittelpunkt stehen die Entwicklung eigener Technologien, die Qualifikation der Mitarbeitenden und langfristige Investitionen in leistungsfähige, energieeffiziente Anlagen. So verbindet Pergande unternehmerische Kontinuität mit der Weiterentwicklung des Standorts und seiner technischen Kompetenzen.